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In vielen Praxisfeldern Sozialer Arbeit sind Berater*innen besonders gefordert, mit beziehungserschütterten Menschen zu interagieren und ihnen psychosoziale Unterstützung bereitzustellen. Unter anderem in der Arbeit mit Frauen, die von physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt betroffen sind, werden dabei Solidarität mit den und (reflektierte) Parteilichkeit für die Betroffenen als zentrale Merkmale der Hilfebeziehung betont. Während in Beratungsangeboten für gewaltbetroffene Frauen, die häufig aus feministischen Initiativen hervorgingen, Solidarität im Sinne expliziter Parteilichkeit weithin als Leitgedanke markiert wird, gilt dies in anderen Beratungsfeldern hingegen nicht ohne Weiteres als Selbstverständlichkeit. Ausgehend von einer begrifflichen Eingrenzung des in verschiedenen Bedeutungsvarianten verwendeten Terminus „Solidarität“ werden wir im Artikel anhand des Fallbeispiels einer Frau mit langjährigen Gewalterfahrungen innerhalb der DDR-Heimerziehung der Frage nachgehen, inwiefern sich „Solidarität“ als Kernelement von Hilfebeziehungen innerhalb eines Unterstützungsnetzes – innerhalb von Peer-Beratung, in dyadischen Beziehungen zwischen Klient*in und Sozialarbeiter*in oder Berater*in wie auch in professionellen ‚Umgebungsmilieus‘ – beschreiben lässt. Weiterhin wird der Forschungsprozess als solcher in den Blick genommen und hinsichtlich ‚solidarischer Potentiale‘ befragt. Abschließend problematisieren wir, inwiefern gelingende Aufarbeitungsprozesse durch fehlende gesellschaftliche Anerkennung und Entsolidarisierungsprozesse be- oder verhindert werden. \nIn many fields of social work practice, counsellors work with people who were exposed to a wide variety of distressing and sometimes traumatizing conditions. When working with women who have experienced physical, psychological or sexual violence, solidarity with and (reflected) partisanship for those women are emphasised as central characteristics of the counselling relationship. While in counselling programmes for women who have experienced violence, which often originated from feminist initiatives, ‚solidarity‘ in the meaning of explicit partisanship is widely highlighted as a guiding principle, this is not the case in other fields of counselling. Based on a case study of a victim of maltreatment in residential care for children and adolescents in GDR, this article examines whether ‚solidarity‘ is a core element of helping relationships within a support network – within peer counselling, in dyadic relationships between client and social worker or counsellor as well as in professional milieus. Furthermore, the research process is analysed with regard to ‚solidarity potentials‘. Finally, we discuss whether successful coping processes are hindered by a lack of public awareness and processes of desolidarisation.
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