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Das Communityprojekt „Exzellente Inklusion?“ an der Goethe-Universität Frankfurt verfolgt das Ziel, Barrierefreiheit von und für Studierende mit Behinderung praktisch umzusetzen und kritisch zu reflektieren. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass trotz der UN-Behindertenrechtskonvention Barrieren den Studienalltag weiterhin prägen und bestehende Angebote wie der Nachteilsausgleich vor allem individualisierte Lösungen anbieten. Das Projekt versteht Barrierefreiheit dagegen als gemeinschaftlichen, politischen und kontinuierlichen Prozess. Grundlage bildet die Orientierung am sozialen und kulturellen Modell von Behinderung, das Barrieren als gesellschaftlich hergestellte Strukturen begreift und Behinderung als Erkenntnis- und Subjektposition ernst nimmt. Organisiert durch das autonome Inklusionsreferat wurde das Projekt in drei Phasen realisiert: Zunächst standen Austausch- und Lernprozesse über eigene Barrieren im Vordergrund. Darauf folgte die praktische Umsetzung barrierefreier Veranstaltungen mit dem Schema ‚Hinkommen – Ankommen – Klarkommen‘, das Kommunikation, räumliche Zugänglichkeit und Teilhabe während der Veranstaltung systematisch berücksichtigt. In der dritten Phase wurden Erfahrungen dokumentiert und weitergegeben. Die Veranstaltungsformate reichten von thematischen Workshops über Diskussionsrunden mit Wissenschaftler*innen bis zu geselligen Begegnungen. Entscheidend war die Peer-to-Peer-Struktur: Behinderte Studierende schufen Räume für Behinderte, entwickelten Expertise in eigener Sache und konnten so neue Orte der Sichtbarkeit, Vernetzung und Selbstbestimmung etablieren. Gleichzeitig verdeutlicht das Projekt strukturelle Defizite: Insbesondere die fehlende rechtliche und finanzielle Unterstützung für behinderte studentische Hilfskräfte sowie die Bedrohung langfristiger Maßnahmen durch aktuelle Kürzungswellen im Bildungsbereich. Dennoch entstanden neue Initiativen und Austauschgruppen, die den Gedanken barrierefreier Gemeinschaft weitertragen. Das Projekt zeigt, dass Barrierefreiheit nicht als Zusatz, sondern als Grundbedingung für exzellente Wissenschaft zu begreifen ist.
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