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In seinen frühen Schriften um 1844 entwickelt Karl Marx eine Gesellschaftskritik, in deren Zentrum ein besonderer Freiheitsbegriff steht: Freiheit als Gegenentwurf zur Entfremdung. Hinterfragt werden dabei sowohl Vorstellungen von Freiheit, die vor allem auf Besitz und die Durchsetzung privater Interessen zielen, als auch das Ideal der Aufklärung, das Freiheit im Kern als persönliche Unabhängigkeit begreift. In Anlehnung an einen Gedanken aus Hegels Phänomenologie des Geistes beschreibt Helen Akin Freiheit als eine Praxis der Hingabe. Damit ist eine Form von Freiheit gemeint, die nicht darin besteht, beliebig zu handeln oder alles tun zu können. Freiheit in diesem Sinne endet also nicht dort, wo Rücksicht auf andere Menschen oder auf die Umwelt notwendig wird. Im Gegenteil: Gerade durch die bewusste Selbstbegrenzung entsteht eine andere, tiefere Erfahrung von Freiheit. Sie entfaltet sich erst im Verhältnis zu anderen und zur Welt und eröffnet Möglichkeiten, die sich der blinden Willkür des »machen können, was man will« unweigerlich verschließen.
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Über Helen Akin

Helen Akin, Dr. phil., promovierte an der Philosophischen Fakultät der Universität Jena und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Leipzig und Jena.

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