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Eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland empfindet die soziale Ungleichheit hierzulande als zu hoch und befürwortet daher sogar eine engagierte Umverteilungspolitik durch den Staat. Dennoch spiegeln sich diese Einstellungen kaum im Wahlerfolg linker Parteien wider: Während deren Ergebnisse seit Jahren tendenziell zurückgehen, gewinnen rechtspopulistische Parteien zunehmend an Zustimmung. Wie kann diese »blockierte Revolution« erklärt werden? Auf der Grundlage neuer Daten des Konstanzer Ungleichheitsbarometers zeigt Marius R. Busemeyer, dass die subjektiven Wahrnehmungen von wirtschaftlicher Ungleichheit und ihre politischen Folgen wichtige Bausteine dieser Erklärung sind. Menschen nehmen wirtschaftliche Ungleichheit häufig anders wahr als sie objektiv ist. Solche Wahrnehmungen prägen Einstellungen zum Sozialstaat und können sich auf politisches Vertrauen und Wahlverhalten auswirken. Besonders pessimistische Einschätzungen der eigenen wirtschaftlichen Lage und gesellschaftlicher Entwicklungen fördern politische Entfremdung und die Hinwendung zu rechtspopulistischen Parteien. Das Buch zeigt detailliert, warum wachsende Ungleichheit nicht automatisch zu mehr Unterstützung für Umverteilung führt, sondern auch zur Akzeptanz und Verfestigung bestehender Ungleichheiten beitragen kann. Zugleich entwickelt es Denk-Ansätze, um die Dynamik sich selbst verstärkender Ungleichheit zu durchbrechen.

Über Marius R. Busemeyer

Marius R. Busemeyer ist Professor für Vergleichende Politische Ökonomie und Sprecher des Exzellenzclusters »The Politics of Inequality« an der Universität Konstanz.

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