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Die Päpste der Moderne inszenieren sich in Öffentlichkeit und Politik als moralische Autorität und Friedensmacht. Die katholische Selbstbehauptung gegenüber Nationalismus, Liberalismus und Sozialismus als den dominanten Weltanschauungen der Moderne ist aber kein Selbstläufer. Das Papsttum benötigt eine machtpolitische Basis, um eine Rolle in den internationalen Beziehungen spielen zu können: Die Legionen des Papstes sind die mobilisierten Massen, deren Auftreten in Rom und weltweit bei Papstreisen dem Oberhaupt der katholischen Kirche Legitimität verschafft. Die Legionen des Papstes stellt zudem der römische Klerus, der das Völkerrechtssubjekt des Heiligen Stuhls im diplomatischen Spiel hält. Massenmobilisierung und diplomatische Netzwerkarbeit finden weltweit statt. Das personale Prinzip der Repräsentation bündelt dies in der Gestalt des Papstes. Im Idealfall gelang den Päpsten der Moderne seit dem späten 19. Jahrhundert der Balanceakt zwischen Kirchen- und Weltpolitik durch eine kohärente Macht- und Moralpolitik; in der Realität mussten sie prekäre Kompromisse finden. Mariano Barbato zeigt in seiner politikwissenschaftlichen Analyse eindrucksvoll, welche Prioritäten die Päpste – von Leo XIII. bis zu Leo XIV. – dabei jeweils setzten.
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Über Mariano Barbato

Mariano Barbato ist außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Passau und Associate Professor (zugleich DAAD-Langzeitdozent) an der Andrassy Universität Budapest.

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