1835 erschien mit der »Rheinreise« der erste Reiseführer im Baedeker-Verlag. Es folgten die Bände »Belgien«, »Holland«, »Schweiz«, »Paris und Umgebung« – das Reisehandbuch, aber auch eine neue Art des Reisens und des Sehens waren damit geboren. Denn die Welt, die durch ein Reisehandbuch betrachtet wird, ist eine andere. Reisehandbücher, so Susanne Müller, sind in erster Linie touristische Sehhilfen: Sie erleichtern das Auffinden von Sehenswürdigkeiten und sorgen dafür, dass der Reisende die »richtigen« Dinge auch »richtig« sieht.
Am Beispiel des populärsten europäischen Reiseführers erzählt Susanne Müller seine Geschichte von den Anfängen um 1830 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie ist eng verwoben mit der Aufklärung und dem Aufstieg des Bürgertums, der Entstehung von Dampfschifflinien, der Eisenbahn sowie der modernen Fotografie. 1945 endet die Darstellung, denn auch die «große Zeit« des Baedekers war vorbei. Der Mythos, er hätte den Deutschen bei den Bombenangriffen auf England als Zielhilfe gedient, ruinierte seinen Ruf. Ebenso hatte sich das klassische Zielpublikum gewandelt: Der moderne Massentourismus eroberte nun die Kontinente.
1. Auflage, 2012
Bindeart: Paperback Format: 142 x 215 x 23 mm Gewicht: 464 g Umfang: 354 Seiten
»Eine sehr anregende Kulturgeschichte des Reiseführers erzählt von Bedingungen unserer touristischen Existenz.«
- FAZ, 04.07.2012
»Die Stärke von Susanne Müllers Untersuchung liegt im Aufzeigen der Verbindungen zwischen Reise, Medien und der neuen Art, die Welt zu sehen – der ›Seh-Sucht‹ des modernen Tourismus.«
- Süddeutsche Zeitung, 03.08.2012
»Die detaillierte Studie ist auch eine Reise durch die Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, eine Beschreibung des aufsteigenden Bürgertums, der Entwicklung von Dampfschifffahrt und Eisenbahn sowie der Fotografie.«
- NZZ am Sonntag, 26.08.2012
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Über Susanne Müller
Susanne Müller, Dr. phil., ist am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam beschäftigt.
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Am Beispiel des populärsten europäischen Reiseführers erzählt Susanne Müller seine Geschichte von den Anfängen um 1830 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie ist eng verwoben mit der Aufklärung und dem Aufstieg des Bürgertums, der Entstehung von Dampfschifflinien, der Eisenbahn sowie der modernen Fotografie. 1945 endet die Darstellung, denn auch die «große Zeit« des Baedekers war vorbei. Der Mythos, er hätte den Deutschen bei den Bombenangriffen auf England als Zielhilfe gedient, ruinierte seinen Ruf. Ebenso hatte sich das klassische Zielpublikum gewandelt: Der moderne Massentourismus eroberte nun die Kontinente.34.95