Elternbilder in adoleszenten Bildungsprozessen im Kontext von Migration
Elternbilder in adoleszenten Bildungsprozessen im Kontext von Migration
6,98 €
| Produktnummer: | MIG2402162 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum: | 27.09.2024 |
| Umfang: | 8 Seiten |
| Lieferzeitraum: | Lieferung nach Zahlungseingang |
Die Jugend bzw. Adoleszenz als Zeit der Veränderung und Neuorientierung ist auch eine Zeit der Auseinandersetzung mit Fragen nach der eigenen Herkunft, in der die Beziehung zu den Eltern und innere Elternbilder eine Umgestaltung erfahren (King 2013). Im Kontext von Migration sind Fragen nach der eigenen Herkunft häufig geprägt von Fragen natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit (Mecheril 2003). Jugendliche sehen sich konfrontiert mit Bildern, die gesellschaftlich über ihre Familien vorherrschen. Diese sind häufig von Defizitannahmen dominiert (Geisen 2010). Spezifische migrationsassoziierte Herausforderungen können sich im Sinne einer „verdoppelten Transformationsanforderung“ (King/Koller 2015) mit den Herausforderungen überschneiden, mit denen die Adoleszenz die Familien konfrontiert. Gleichzeitig beinhalten sie aber Ressourcen zur Bewältigung und Transformationspotenzial.
Vor diesem Hintergrund werden Forschungsergebnisse zweier Dissertationsprojekte aus dem Promotionskolleg „Psychosoziale Folgen von Migration und Flucht – generationale Dynamiken und adoleszente Verläufe“ vorgestellt . Ihnen ist eine psychosoziale Perspektive gemein, die die Vermittlungen zwischen gesellschaftlichen Bedingungen des Aufwachsens und inneren Wandlungsprozessen von Adoleszenten im Kontext von (familialer) Migration in den Blick nimmt.
Im Vordergrund stehen Ergebnisse des Projekts „Bildungsprozesse, Intergenerationalität und Geschlecht“, welches die Bildungsprozesse junger Frauen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und deren Eltern aus der Türkei nach Deutschland migriert waren, aus geschlechterkritischer Perspektive untersucht. Der Begriff Bildung wird dabei nicht allein auf formale Abschlüsse und institutionelle Wege bezogen, sondern fragt im Sinne transformatorischer Bildungsprozesse (Koller 2018) auch danach, wo Potentiale für grundlegende Transformationen des eigenen Welt-Selbst-Verhältnisses liegen und unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen realisiert oder verhindert werden. Ergänzt werden sie um Ergebnisse des Projektes „Transgenerationale Weitergabe von Fluchterfahrungen in Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien“, welches kulturelle Selbstpositionierungen junger Frauen mit Migrationsgeschichte aus dem ehemaligen Jugoslawien auf ihren Zusammenhang mit den familialen Fluchtgeschichten und auf ihre Funktion innerhalb der adoleszenten Ablösung hin untersucht. Für die Praxis der sozialen Arbeit wird knapp ausgelotet, wie eine reflexive professionelle Haltung die Auswirkung struktureller gesellschaftlicher Zusammenhänge auf die inneren Elternbilder und deren Umgestaltung in der Adoleszenz mitdenken kann.
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