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Diesem Beitrag liegt die These zugrunde, dass das Projekt Stolpersteine eine Fülle pädagogischer Implikationen besitzt und einen prototypischen Ort biografischen Lernens darstellt. Als „soziale Plastik“ (Joseph Beuys) nimmt es unter den gegenwärtigen Werken der Erinnerungskultur eine besondere, ja eine herausragende Stellung ein. Durch die enorme Expansion des Vorhabens in den letzten Jahren dürften die Stolper-steine ihre ausschließliche Funktion als Kunstwerk sogar ein Stück weit hinter sich gelassen haben. Und in dem gleichen Maße, wie das Vorhaben die Grenze des Funktionssystems der Kunst übersteigt, ist es zu einer Institution der demokratischen Erinnerungskultur mit einer eigenen kulturpolitischen Infrastruktur avanciert. Die Stolpersteine dienen uns in diesem Text als Beispiel, um grundlegende Varianten biografischer Lernprozesse darzulegen, wobei der Autor auf das eigene differenztheoretische Lernmodell (Nittel 2013a, 2013b, 2016) zurückgreift und dabei die Dimensionen des formalen, non-formalen und informellen Lernens in den Vordergrund rückt. Eine empirisch gesättigte und vollständige Übertragung des Lernmodells auf den hier diskutierten Gegenstand steht jedoch noch aus.
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