„Bildung“ ist das Mantra der „Wissensgesellschaft“ unserer Gegenwart. Durch bessere Bildung sollen die großen Probleme unserer Zeit gelöst werden. Die Schule soll alle aus wachsender Heterogenität folgenden Verwerfungen, Ungleichheiten und Konflikte der Gesellschaft auflösen. Das ist die zentrale Agenda der Ablösung des Wohlfahrtsstaates durch den Wettbewerbsstaat. Richard Münch unterzieht diese Reformagenda einer kritischen Analyse mit Fokus auf der Pionierrolle der USA. Im Mittelpunkt steht dabei die Ablösung des pädagogischen Establishments in den Schaltzentralen der Kultusbürokratie durch einen bildungsindustriellen Komplex, in dem internationale Organisationen, Think Tanks, Beratungsunternehmen, missionarische Milliardärsstiftungen, Bildungsreformer und Bildungsforscher mit der Bildungs- und Testindustrie zusammenwirken, um den schulischen Bildungsprozess einer minutiösen externen Kontrolle zu unterwerfen.
1. Auflage, 2018
Bindeart: Buch, broschiert Format: 152 x 232 x 22 mm Gewicht: 631 g Umfang: 392 Seiten Verlag: Beltz Juventa
»Der vorliegende Band ist dicht, anspruchsvoll, engagierl und auch lohnenswert, um sich Gedanken zu machen, wie weit die US-Entwicklungen schon in Europa angekommen bzw. eingeflossen sind und ob sich das mit unserem Bildungsverständnis in Einklang bringen lässt oder eben nicht.«
- Prof. Dr. Emeritus Jürg Frick, Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 37/2019
»[S]owohl für ein sozialwissenschaftliches Fachpublikum als auch für politisch interessierte Pädagog/innen, Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen eine ebenso kritische wie empirisch fundierte Analyse aktueller Tendenzen der neoliberalen Reorganisation des Bildungssystems«
- Alexander Lenk, Soziopolis, 13.11.2019
»[E]ine theoretisch überzeugende, empirisch gesättigte und fundamentale Kritik der gegenwärtigen Bildungspolitik vor.«
Richard Münch, geboren 1945, ist Emeritus of Excellence an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Seniorprofessor für Gesellschaftstheorie und komparative Makrosoziologie an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Er war Mitherausgeber mehrerer deutscher und amerikanischer Fachzeitschriften der Soziologie und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seine zahlreichen Bücher haben nachhaltigen Einfluss auf die Forschung zu Fragen der Globalisierung, der Europäisierung und des gesellschaftlichen Wandels ausgeübt. Zuletzt haben seine Veröffentlichungen zum „akademischen Kapitalismus“ die Debatte über die Entwicklung von Hochschulen und Wissenschaft maßgeblich geprägt.
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