Techniknutzung war bis zur massenhaften Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien verbunden mit der Vorstellung eines zweckmäßigen Mitteleinsatzes. Dies hat sich mit dem Einsatz von Computertechnologie verändert. Häufiger treten persönliche, soziale, ästhetische und spielerische Dimensionen in den Vordergrund. Der Gebrauch moderner Gadgets (Smartphone, PC-Tablet & Co.) mit ihren vielseitigen Möglichkeiten ist spielerischer Art und verdeckt so Mühen und Zeitaufwand. Moderne Techniknutzung erscheint als selbstbestimmt. In steigendem Maße werden von den Gesellschaftsmitgliedern zeitliche, finanzielle und soziale Aufwendungen erbracht, um ständig erreichbar und handlungsbereit zu sein. Eine der Folgen des technisierten Alltagshandeln ist eine stärkere Akzentuierung des »jetzt«, ebenso wie die gewachsen Bedeutung von Ästhetik, Annehmlichkeit und Emotion. Der »rationelle« zweckbestimmte Apparategebrauch tritt damit in den Hintergrund, ebenso die Rolle der Technik als Instrument der Standardisierung und Effektivierung. Ohne technische Vernetzung würde der moderne Alltag nicht funktionieren. Die Sensibilität für die sozialen Folgen der Technik, z.B. ihre kontrollierende und einschränkende Funktion, geht in dem Maße zurück, indem die Technik zur Basis sozialen Alltags geworden ist.
1. Auflage, 2014
Bindeart: E-Book/pdf Umfang: 258 Seiten Verlag: Beltz Juventa
Claus Tully, Dipl.-Soziologe, Dr. rer. pol., Dr. habil, PD an der FU Berlin Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie, Professor an der FU Bozen am Fachbereich Erziehungswissenschaften, Wissenschaftlicher Referent am Deutschen Jugendinstitut e.V. München bis Ende 2013. Arbeitsschwerpunkte: Jugend und moderne Gesellschaft, Technik, informelles Lernen, Konsum und Nachhaltigkeit.
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