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Software-Entwicklung ist fragil. Fehler im Code, die ökonomische Verwertung von Softwarearbeit und die Herausforderung, eine Belegschaft mit einem gemeinsamen Selbstverständnis zu formen, durchziehen den Arbeitsalltag eines Unternehmens gleichermaßen. Wie begegnen die Menschen in ihrer Erwerbsarbeit dieser Fragilität? Die vorliegende ethnografische Studie eines Softwareunternehmens zeigt, dass Programmierwerkzeuge, Projektmanagementstrukturen, detaillierte Arbeitszeiterfassung, partizipative Formate oder kollektiv ausgehandelte Firmenwerte weit mehr sind als bloße Arbeitsmittel: Als Elemente von Konnektivität ermöglichen sie, Wissen zu explizieren, zu aktualisieren, zu fixieren und zu teilen – um so Verbindungen zwischen Menschen, Praktiken und Infrastrukturen herzustellen. So entsteht eine hochkollektivierte Form von »New Work«, in der Subjektivierung und Identifikation untrennbar verwoben sind und als Strategie der Kohäsion wirken. Narrative von Expertise als stete Selbstvergewisserung stärken den Zusammenhalt und stabilisieren die fragilen Verbindungen im Arbeitsalltag des Unternehmens – solange das gemeinschaftlich gesponnene, konnektive Netz in der Praxis aufrechterhalten wird.
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Über Roman Tischberger

Roman Tischberger, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München.

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