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Der Aufsatz analysiert aus bildungstheoretischer Perspektive vor dem Hintergrund des neueren (philosophisch-soziologischen) Freiheitsdiskurses die Varianz biographischer Gestalten der Befreiung. Entlang von Menkes „Theorie der Befreiung“ werden an einem Fall aus einem bildungsbiographischen Längsschnittprojekt zwei Formen der Befreiung herausgearbeitet: Befreiung als Werden eines individuell selbständigen Subjekts und als Transzendierung des individuellen Subjektsein im Modus einer positiv gedeuteten Einbindung in einen überindividuellen, quasi-religiösen Kosmos; insofern als Befreiung von der Befreiung, als radikale Befreiung. Diese Fokussierung von Abbruch und Neuanfängen in einer grundlegend diskontinuierlichen Entwicklungsdynamik – deren zeitgeschichtliche, generationale und altersbedingte Varianz wird unter Bezug auf das gesamte Projektsample erläutert – pointiert eine Differenz zum dominanten Diskurs transformativer Bildung. Es sind nicht (ausschließlich) die ‚großen Krisen‘ und ‚großen Brüche‘, die Bildungsprozesse zu stimulieren vermögen, sondern auch die (kleinen, stillen) Anpassungsleistungen. Anpassung, so wird abschließend ausgeführt, ist auch für eine auf Freiheit und Befreiung abhebende Bildungstheorie ein grundlegender Bezugspunkt. Nicht nur ein in Richtung auf Dezentrierung hin geöffneter Subjektbegriff, sondern auch die Rehabilitierung des Anpassungsbegriffs sind ein Plädoyer für die Weiterentwicklung des Bildungsdiskurses.
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