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Mädchensein wird in der frühen Kindheit nicht nur in der Kita, im heimischen Kinderzimmer oder auf dem öffentlichen Spielplatz eingeübt. Das „Einüben von Geschlecht“ (Tervooren 2007) findet auch an Orten wie der Kinderarztpraxis statt. Im folgenden Beitrag zeige ich auf, wie in medizinischen Vorsorgeuntersuchungen den als Mädchen adressierten Körpern „Vulnerabilität“ zugeschrieben wird, ohne dass dies den Handelnden bewusst wäre. Nicht die Intention der Akteur*innen, sondern die Effekte ihrer Handlungen standen im Fokus der Analysen von Beobachtungsprotokollen und Interviews. Die diskursive Kopplung von Weiblichkeit und Verletzlichkeit, die bei der Untersuchung weiblicher Genitalien erfolgt, zeigt die ungebrochene Wirksamkeit historisch-kultureller Stereotypen, die Mädchen als emotional und verletzlich darstellen. Die hier vorgestellten Forschungsergebnisse sind 2024 als Dissertation unter dem Titel „Geschlechtskörper als soziale Praxis. Eine ethnographische Studie zur Geschlechterdifferenzierung am Beispiel kindermedizinischer Genitaluntersuchungen“ publiziert worden. In dem Beitrag werden die Begriffe Mädchen und Mädchenkörper ohne Genderstern verwendet, weil sie die heterobinäre Adressierungen im Kontext der Genitaluntersuchungen markieren.
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