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Isabel Huttarsch im Gespräch über gesellschaftliche Erwartungen und Selbstfürsorge im Mama-Alltag

Liebe Isabel, bedürfnisorientierte Mutterschaft bringt viele Mamas an ihre Grenzen. Welche Situationen oder Faktoren fordern Mütter ganz besonders?

Es ist der ganz normale Alltag, der viele Mamas an ihre Grenzen oder darüber hinaus bringt: die nie enden wollende Verantwortung, die unendlich große Fremdbestimmung durch die Bedürfnisse eines kleinen, abhängigen Wesens, all die unsichtbaren Aufgaben, die niemand wertschätzt und nicht zuletzt das Gefühl, nie alleine und trotzdem so einsam zu sein.

Nehmen sich Frauen zu sehr zurück, sobald sie Mütter werden?

Dass nach der Geburt eines Kindes zunächst einmal die kindlichen Bedürfnisse in den Fokus rücken, ist ein häufiger und durchaus gesunder Impuls: Das Kind ist abhängig davon, dass seine Eltern feinfühlig auf dessen Bedürfnisse reagieren. Gefährlich wird es, wenn das zum Dauerzustand wird, denn Mutterschaft ist ein Marathon und kein Sprint - und wir Mütter sind Menschen mit begrenzten Ressourcen. Schaffen wir als Mama nicht aktiv den Raum, den wir für uns und unsere Bedürfnisse brauchen, sägen wir gleich an zwei Ästen: unserem eigenen und dem unseres Kindes.

Welchen Einfluss hat der gesellschaftliche Druck auf die seelische Belastung von Müttern?

Die gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter sind unerreichbar. Die gute Nachricht: Es ist nicht unsere Aufgabe als Mama, diesen Erwartungen zu entsprechen. Unsere Kinder brauchen keine perfekten Mütter. Sie brauchen uns als Mensch, mit allem, was zu uns gehört- auch mit unseren Bedürfnissen & unseren Grenzen.

Wie gelingt wirkliche Selbstfürsorge im Mama-Alltag?

Selbstfürsorge im Mama-Alltag kann nur dann gelingen, wenn wir uns zugestehen, auch als Mama Mensch zu sein. Wir sind keine Superheldinnen mit übernatürlichen Kräften. Wir sind Menschen mit Grenzen & Bedürfnissen. Und das darf sein. Wir dürfen sein. Damit Selbstfürsorge im Mama-Alltag gelingen kann, braucht es die aktive Entscheidung, gut für uns selbst zu sorgen. Nicht einmal, sondern in jedem Moment neu. Auch und gerade dann, wenn wir uns selbst bislang konsequent hintenangestellt haben.

Über Isabel Huttarsch

Isabel Huttarsch ist Psychologin (M.Sc.), Influencerin und gefragte Referentin. Als Expertin für bewusste Mutterschaft stärkt sie Mütter auf ihrem Weg in einen bedürfnisorientierten Alltag auf Augenhöhe – mit ihren Kindern und mit sich selbst. Sie begleitet Familien mit Beratungen, Kursen und Workshops in ihrer Online- und Offline-Praxis. Außerdem schreibt und spricht sie als Autorin und Speakerin rund um die Themen Mutterwerden und Muttersein und teilt ihr Wissen mit ihrer stetig wachsenden Community. Zudem ist sie Hostin und Familienexpertin des SWR-Kanals fuehlen_wir. Mit ihren drei Kindern und ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Bayreuth. www.mamapsychologie.de @mamapsychologie

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