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Der Begriff des Interesses ist ein Grundbegriff der Gesellschaftswissenschaften. Mit Interessen erklären wir, warum Menschen so handeln, wie sie es tun. Gesellschaften beurteilen wir danach, inwiefern sie den Interessen ihrer Mitglieder gerecht werden. Dabei wird jedoch selten hinterfragt, ob Interessen über subjektive Präferenzen hinausgehen. Luca Hemmerich kritisiert subjektivistische Zugänge und entwickelt eine Konzeption objektiver Interessen in drei Dimensionen: Unsere menschliche Natur versieht uns mit bestimmten fundamentalen Interessen. Verschiedene soziale Positionen verleihen uns unterschiedliche strukturelle Interessen. Und kollektive Akteure besitzen eigene Interessen, die über Identifikationsprozesse in unsere individuellen Interessen eingehen können. Im Rückgriff auf Martha Nussbaums Capabilities Approach sowie auf anthropologische und sozialtheoretische Debatten zeigt der Autor, dass eine objektivistische Interessenkonzeption sozialwissenschaftliche Erklärungen fundieren und eine überzeugende Form von Gesellschaftskritik begründen kann. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Über Luca Hemmerich

Luca Hemmerich, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Politische Theorie und Philosophie des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

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