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Das Erkenntnispotenzial materieller Überlieferung ist in den Historischen Kulturwissenschaften lange unterschätzt worden: erst mit dem »material turn« hat sich diese Perspektive verändert. Annette Cremer beschäftigt sich mit der Frage, wie Gegen stände jeglicher Art als dreidimensionale Objektquellen systematisch für die Historischen Kulturwissenschaften erschlossen und als Erkenntnisquellen im Hinblick auf historische Gesellschaften nutzbar gemacht werden können. Cremer entwickelt ein Modell und das dazu gehörige Analyseverfahren, die eine strukturierte Analyse materieller Überlieferung ermöglichen. Das Modell beschreibt fünf verschiedene räumliche, soziale und funktionale Zusammenhänge, die ein Objekt im Verlauf seiner Entstehungs- und Nutzungsgeschichte durchläuft. Diese Objektkontexte bilden die Grundlage dafür, ein Objekt sinnvoll zu interpretieren. Anhand von fünf Beispielen – einem Krauthobel, einer Glasfrucht, Eingerichten, Öluhren und Handschuhen – wird gezeigt, wie Modell und Methode praktisch angewendet werden können. Ein umfangreicher Fragenkatalog bietet schließlich Anleitung und Hilfestellung, wie aus einem konkreten Gegenstand Informationen gewonnen werden. https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode

Über Annette C. Cremer

Annette C. Cremer, Dr. phil., lehrt Geschichte und Kultur der Frühen Neuzeit im Alten Reich an der Universität Gießen.

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