Siebzig russische Juden werden ab Oktober 1990 in einem Ort der soeben aufgelösten DDR untergebracht. Wie reagieren die Einheimischen? Mit dieser Frage erforschte eine deutsche Ethnologin über anderthalb Jahre ein deutsches Dorf. Susanne Spülbeck legt hier die erste sozialwissenschaftliche Studie über die Situation nach der Wende in Ostdeutschland vor, die auf der ständigen Teilnahme der Forscherin am Alltag basiert. So ist sie Pionierin, Grenzgängerin, die sich in einer Zwischen-Welt aufhält und zu orientieren sucht. Ein solcher Aufenthaltsort birgt einige Überraschungen, für die Forscherin, aber auch für den Leser. Ihre Studie zeigt: Fremdenfurcht und Ausländerfeindlichkeit lassen sich hier erst im Kontext der subtilen Auswirkungen staatlicher Überwachung verstehen.
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