Die politische Partizipation und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten stehen im Zentrum der Debatten um deren Integration in Deutschland. Da ihre Beteiligung überwiegend an die Staatsangehörigkeit gekoppelt ist, kann der Teil der Bevölkerung ohne deutschen Pass oft nur eingeschränkt an demokratischen Entscheidungsprozessen teilnehmen – obwohl er unmittelbar betroffen ist. Anke Freuwört untersucht in ihrer Studie, wie Zugewanderte ihre politische Teilhabe ausüben und mehr demokratische Rechte einfordern. Sie wertet Sitzungen eines Ausländerbeirats, Interviews mit Vertreter:innen von Migrant:innenselbstorganisationen sowie biografische Gespräche mit (politisch) Geflüchteten aus, um unterschiedliche Formen politischer Artikulation sichtbar zu machen. Dabei zeigt sich: Zugewanderte nehmen gesellschaftliche Problemlagen differenziert wahr und nutzen vielfältige – formelle wie informelle – Wege der Beteiligung, um die Gesellschaft mit zu gestalten. In Frage steht daher, ob das Wahlrecht weiterhin an die Staatsbürgerschaft gekoppelt sein sollte.
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