Rechts-System und Rechtssektor – zur Topographie multipel differenzierter normativ-sozialer Ordnung
Rechts-System und Rechtssektor – zur Topographie multipel differenzierter normativ-sozialer Ordnung
9,98 €
| Produktnummer: | ZTS2501089 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum: | 18.07.2025 |
| Umfang: | 17 Seiten |
| Lieferzeitraum: | 3 - 5 Werktage |
Der Beitrag stellt zunächst die übersetzungstheoretisch fundierte Überlegung vor, dass das moderne Funktionssystem des Rechts in heterogene normative Umwelten eingebettet und dabei in seiner eigenen Funktionserfüllung von diesen Einbettungen abhängig ist. Davon ausgehend wird die Frage nach Einheit und Lage des Rechts in der Gesellschaft aufgegriffen und der Tendenz nach anders als in der systemtheoretischen (oder auch der funktionalistischen) Auffassung beantwortet. Im Horizont der Theorie der multiplen Differenzierung erweist sich das Rechts-System als nur eine Form von vielen, in denen das Recht im hoch differenzierten Fall koordinierend wirksam wird. In Reaktion auf die empirische Lage eines ›Neuen Rechtpluralismus‹ bewertet die Theorie multipler Differenzierung deshalb die außersystemischen normativen Ordnungen (wie milieuspezifischen Ethos, Gewohnheitsrecht, religiöse Gewissheiten etc.) nicht als ›Umwelten des Rechts der Gesellschaft‹, sondern zusammen mit dem Funktionssystem Recht als Teil eines heterogen zusammengesetzten umfassenderen gesellschaftlichen ›Rechtssektors‹. Das Recht der Gesellschaft ist demnach selbst ein in sich multipel differenziertes Teilspektrum normativer Koordination von Handlung und Kommunikation. Das Rechts-System, dessen Genealogie und Formcharakteristik die Systemtheorie vorbildlich auf den Begriff gebracht hat, ist schließlich im Lichte dieser begrifflichen Erschließung seinerseits besser in seinen synchronen und diachronen Abhängigkeiten ›vom Rest der Gesellschaft‹ verständlich zu machen.
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