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Verläufe der beruflichen Rehabilitation sind mitunter langwierig und komplex, insbesondere dann, wenn Rehabilitand:innen aufgrund von Behinderung oder chronischer Erkrankung ein neues Berufsfeld erschließen. Sie bewegen sich durch Institutionen sozialstaatlicher Leistungen und treffen auf Gatekeeper und Fachkräfte, die beraten, behandeln, begutachten, etikettieren, ausbilden sowie Ressourcen zuweisen. Im Gesamtprozess sehen sich Leistungsbeziehende nicht nur mit der Bewältigung ihrer eigenen Bedarfs- und Problemlagen konfrontiert, sondern auch mit den Anforderungen, die ihnen im Kontext unterschiedlicher institutioneller Regelungsbereiche und Handlungslogiken gestellt werden. Berufliche Rehabilitationsverläufe sind demnach nicht lediglich als Abfolge administrativer Zuweisungen zu verstehen, vielmehr stellen sie vielschichtige Prozesse der Deutung und Aushandlung im Sinne einer Neuorientierung der eigenen Lebensentwürfe dar. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir mit biografisch- verstehenden Leitfadeninterviews (inklusive Follow-up-Interviews) mit Rehabilitand:innen in Berufsförderungswerken, wie diese ihren Rehabilitationsverlauf gestalten und im Rehabilitationssystem navigieren. In Anlehnung an Konzepte der Literacy-Forschung (Nutbeam, 2000; Ståhl et al., 2021) richten wir aus einer subjektorientierten und strukturellen Perspektive den Blick auf ihre manifesten und alltagsweltlichen Wissensbestände, Gerechtigkeitsvorstellungen, performativen Fähigkeiten sowie auf ihr Vermögen, Kohärenz zwischen Lebenswelt und sozialstaatlichen Angeboten herzustellen, um Handlungsspielräume und Selbststeuerungspotenziale sichtbar zu machen.
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