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Der massive politische und gesellschaftliche Umbruch infolge des »Mauerfalls« von 1989 und der sich danach rasch vollziehenden »Wiedervereinigung« traf auch die IG Metall in der DDR und der Bundesrepublik weitgehend unvorbereitet. Im ebenso stürmischen gewerkschaftlichen Vereinigungsprozess standen sie vor der Aufgabe, unterschiedliche Verständnisse von Gewerkschaftsarbeit zusammenzubringen. Dabei begegneten sich auch unterschiedliche Geschlechterpolitiken, die sich in 40 Jahren Teilungszeit verfestigt hatten. An der Schnittstelle von Geschlechtergeschichte, Labour History und Transformationsforschung analysiert Anne Kremer die Geschichte deutsch-deutscher Begegnungen und Auseinandersetzungen am Beispiel vergeschlechtlicher Aushandlungen der Metallgewerkschafter:innen zwischen 1989 und 1995. Sie zeigt, wie die gewerkschaftliche »Frauenarbeit«, aber auch die alltägliche Praxis ihrer Mitglieder in der »Männerdomäne« Metallindustrie zum Wandel von vergeschlechtlichten Ordnungen beitrugen oder diesen hemmten.
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Über Anne Kremer

Anne Kremer promovierte am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim.

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