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Von dem in den westlichen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland lange etablierten Leitbild der Familienkindheit in den ersten Lebensjahren ist in der Gegenwart wenig erhalten geblieben. Die Anzahl der Kinder, die sowohl in privat familialer als auch öffentlicher Verantwortung aufwächst, erreicht immer neue Höhen, während umfassende Bildungspläne von Anfang an eine Vielzahl kindlicher Entwicklungsziele definieren. Der Beitrag nimmt diesen Wandel zum Ausgangspunkt. Es werden anhand der Kinder- und Jugendberichterstattung seit 1965 die veränderten Verantwortungszuschreibungen an privat-familiale sowie öffentliche Akteur:innen untersucht. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Kinder- und Jugendberichte als ein Vorreiter dieser Entwicklung betrachtet werden können und bereits seit den 1980er-Jahren einen Platzausbau sowie eine qualitative Aufwertung und damit eine Neujustierung der Verantwortung für die ersten Lebensjahre forderten. Mit dem zehnten Kinder- und Jugendbericht von 1998 erfolgte ein Wandel hin zum Projekt einer kindzentrierten Gesellschaftsreform: Es gab kaum ein Krisenphänomen oder einen Modernisierungstrend, dessen Lösung nicht zumindest teilweise in der frühen Kindheit verortet wurde. Die frühe Kindheit wurde damit zunehmend zu einer öffentlichen Ressource.
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