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Theodor W. Adornos Radiovortrag „Erziehung nach Auschwitz“ aus dem Jahr 1966 steht für historische Aufklärung, für den Wert der Mündigkeit, aber auch für die kritische Aufarbeitung des personellen, institutionellen und ideologischen „Nachlebens“ (Adorno) des Nationalsozialismus nach 1945. Seit dem Erscheinen des Vortrags haben sich die geschichtspolitischen Konstellationen, in der auch und gerade die Erinnerungskultur an „Auschwitz“ bzw. den „Holocaust“ und die Formen der Vergangenheitsbewältigung ausgehandelt werden, radikal verändert. Der von Nicolas Engel und Wolfgang Meseth herausgegebene Thementeil „Erziehung nach Auschwitz im Kontext transnationaler Erinnerung“ macht es sich zur Aufgabe, die Dynamiken und Bedingungsgefüge einer „Erziehung nach Auschwitz“ in der Gegenwart zu beobachten, zu benennen und im Kontext transnationaler Konstellationen der Erinnerung zu analysieren. Unter dem Eindruck aktueller Geschehnisse und sich dadurch rapide verändernde gesellschaftliche Konstellationen des Erinnerns werden im Thementeil Perspektiven der memory studies zwischen Holocausterinnerung und Kolonialismuskritik aufgezeigt (Astrid Erll), die Rezeption von Adornos Vortrag wird im Kontext des Spannungsfeldes von der ‚Singularität des Holocaust‘ und der Erinnerung anderer Gewaltverbrechen thematisiert (Markus Rieger-Ladich und Jun Yamana), nach den organisationalen und institutionellen Voraussetzungen einer Erziehung nach Auschwitz heute gefragt (Nicolas Engel und Johannes Bretting) und die theoretischen und methodologischen Implikationen der empirischen Erforschbarkeit einer „Erziehung nach Auschwitz diskutiert (Paul Vehse). Im Allgemeinen Teil rekonstruiert Jan-Hendrik Hinzke anhand von Interviewdaten Orientierungen von Lehrpersonen zum Unterrichten in Settings forschenden Lernens und diskutiert diese professionstheoretisch. Marcel Scholz untersucht den strukturellen Zusammenhang zwischen dezentrierter Autonomie und narrativer Identität und rekonstruiert diesen als eine bestimmte Organisationsform, die Heterogenes und Kontingentes in eine Form bringt.
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