Trotz allgemeiner Schulpflicht leben in Deutschland rund sechs Millionen Erwachsene mit geringen literalen Kompetenzen. Sie lesen und schreiben so wenig wie möglich, weil es ihnen schwerfällt und weil auch andere Wege zum Ziel führen. Die Größenordnung hat vor rund einem Jahrzehnt noch für Überraschung gesorgt, allerdings ist das teilweise auf die missverständliche Begrifflichkeit zurückzuführen. Der Begriff des ‚funktionalen Analphabetismus‘ verleitet dazu, von Menschen auszugehen, die nie Schreiben gelernt haben. Aus der Alphabetisierung und Grundbildung ist aber bekannt, dass in der Regel sogar Schulabschlüsse vorliegen. Deshalb wird heute mit größerer Vorsicht von ‚geringer Literalität‘ gesprochen. Neue Forschungsfragen entstehen: Ist geringe Literalität so schambesetzt, wie zu befürchten steht? Wie entwickeln sich Kompetenzen im Erwachsenenalter? Wie steht es um Numeralität? Welche Folgen hat geringe Literalität für die politische oder digitale Grundbildung? Gibt es Überschneidungen zur inklusiven Bildung? Diese und andere Fragen werden im Beiheft theoretisch und empirisch bearbeitet. Dabei greifen die Autor*innen zumeist auf jahrzehntelange Forschungserfahrung im Feld zurück.
1. Auflage, 2021
Bindeart: E-Book/pdf Umfang: 240 Seiten Verlag: Beltz Juventa
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