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In diesem Beitrag diskutieren wir auf Grundlage unserer biografietheoretischen Mehrgenerationenforschung zu Nachkommen von stigmatisierten NS-Opfern die Deutungsprozesse der Familiengeschichte im Kontext marginalisierter Verfolgungserfahrungen. Die empirische Basis stellen familien- und lebensgeschichtliche Interviews mit Nachkommen von Personen dar, die als so genannte „Asoziale“ und „Kriminelle“ sowie als homosexuelle Männer im Nationalsozialismus verfolgt worden sind. Wir zeigen anhand von zwei empirischen Fällen, dass die Deutungen der Nachkommen von ihren biografischen Erfahrungen und Perspektiven abhängen. Diese sind in unseren Fällen besonders durch Klassen- und Milieuzugehörigkeiten bestimmt und stehen im Kontext anhaltender sozialer Abwertungserfahrungen. Deutlich wird, welche Wirkmächtigkeit das Fehlen von Wir-Gruppen, erinnerungspolitische Diskurse sowie die Zuschreibungen und NS-Kategorisierungen bis heute haben.
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