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Schwangerschaftsabbrüche und der rechtliche Umgang damit sind in der deutschen Öffentlichkeit, insbesondere der katholisch geprägten, ein hoch emotionales und moralisch aufgeladenes Thema. Dieser Beitrag untersucht am Beispiel des 103. Deutschen Katholikentags, auf welche Weise über das kontroverse Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen werden kann. Im Zentrum steht die Frage, wie normative Sagbarkeitsgrenzen innerhalb einer relevanten deutschen Teilöffentlichkeit gesetzt, verändert und neu ausgehandelt werden. Auf Basis qualitativer Interviews sowie einer Dokumenten und Medienanalyse zeigt die Studie, wie Sagbarkeitsgrenzen im Vorfeld der Veranstaltung ausgehandelt und etabliert werden. Kontroverse Debatten sind von den Organisator:innen zwar ausdrücklich erwünscht. Dennoch erzeugt das institutionelle Setting Selektionsprozesse bei der Sprecher: innenauswahl, die den Debattenverlauf beeinflussen. Im Zusammenspiel mit einem auf Sachlichkeit und Verständigungsorientierung ausgerichteten Veranstaltungskonzept bedingt dies, dass das gesellschaftlich hoch umstrittene Thema Abtreibung nur innerhalb enger Sagbarkeitsgrenzen verhandelt wurde.
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