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Seit Jahren fliehen Menschen über Belarus in die EU, um dort Schutz zu suchen. Seit 2021 hat Polen, unterstützt von der EU, den Grenzstreifen stetig ausgebaut, die Region militarisiert und versucht mit großem Bemühen Menschen an der Flucht in die EU zu hindern. Betroffene berichten dabei von massiver Gewalt durch Polizist:innen, Grenzbeamt:innen und des Militärs gegen Menschen auf der Flucht. Der Artikel beleuchtet die psychischen, physischen und moralischen Belastungen von Aktivist:innen in der Solidaritätsarbeit mit Menschen auf der Flucht an der polnisch-belarussischen Grenze. Die humanitäre Arbeit findet dabei verdeckt und unter schwierigen Bedingungen in einer ländlichen Region statt. Häufig in schwer zugänglichen, dichten Waldgebieten und mit einer Praxis der Notversorgung, in der bedürftige Menschen auf der Flucht oft zurückgelassen werden müssen. Vor dem Hintergrund politischer Repression, institutionellem Rassismus und eines restriktiven Grenzregimes wird untersucht, wie sich diese Bedingungen auf die Aktivist:innen auswirken und welche Coping-Strategien sie entwickeln. Die Analyse basiert auf einer qualitativen Erhebung mittels leitfadengestützter Interviews und teilnehmender Beobachtung. Die Ergebnisse zeigen ein Spannungsfeld zwischen politischem Aktivismus, persönlichem Engagement und der Gefahr von Überlastung. Gleichzeitig wird sichtbar, wie kollektive und individuelle Strategien des Umgangs mit Belastung entstehen – auch als Ausdruck praktizierter Solidarität. Der Beitrag liefert Impulse für eine kritisch-reflektierte Auseinandersetzung mit psychosozialer Nachhaltigkeit in aktivistischer Praxis.
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