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Im Beitrag wird dargestellt, wie Lehrkräfte im Anfangsunterricht durch die Thematisierung von Arbeitsgeschwindigkeit temporale Differenzpraktiken vollziehen und damit zur Reproduktion von Bildungsungleichheiten beitragen können. Theoretisch basiert die Analyse auf dem Konzept des Doing Difference sowie auf chrononormativen Perspektiven, die Erwartungen an Geschwindigkeit als sozial konstruiert verstehen. Ergänzend werden Erkenntnisse aus der Intelligenz- und Leistungsdiagnostik herangezogen. Im Rahmen einer Sekundäranalyse werden 59 videografierte Unterrichtsstunden aus dem Anfangsunterricht der Grundschule mit Hilfe qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2018) ausgewertet. Die Ergebnisse lassen klare Tendenzen zur Beschleunigung durch die Lehrkraft erkennen. Sequenzanalytisch zeigt sich exemplarisch, dass Schnelligkeit als normative Erwartung gesetzt und als temporale Differenzmarkierung bereits im Anfangsunterricht der Grundschulzeit im pädagogischen Handeln wirksam wird. Aus sozialisatorischer Perspektive weisen die Ergebnisse in die Richtung, dass Kinder zu Beginn ihrer Schullaufbahn in ein schulisches Zeitregime sozialisiert werden, in dem Geschwindigkeit gegenüber inhaltlicher Tiefe priorisiert wird – mit Folgen für die Selbstwahrnehmung, Motivation und langfristige Lernstrategien.
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