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Partizipative Forschung stellt einen Forschungsstil dar, der soziale Wirklichkeit in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit Betroffenen untersucht und zugleich transformativ wirkt und damit eine nachhaltige Veränderung der Lebensbedingungen bewirkt (von Unger 2014; Bergold & Thomas 2012). Partizipation wird dabei als mehrdimensionales Konzept verstanden, das über die bloße Einbindung der Teilnehmer*innen hinausgeht und die aktive Mitgestaltung, Mitentscheidung sowie die vollständige Steuerung des Forschungsprozesses durch die beteiligten Akteur*innen umfasst. Forschung erfolgt in diesem Verständnis nicht über, sondern mit Menschen entlang ihrer Lebensrealität, Erfahrungsexpertise und individuellen Ausdrucksformen. Besonders im Kontext von Beeinträchtigung ist partizipative Forschung zunehmend relevant, da sie einen Perspektivwechsel hin zu forschenden Subjekten vollzieht. Menschen mit Unterstützungsbedarf werden als gleichberechtigte Wissensproduzent*innen in den Forschungsprozess eingebunden (von Unger 2014; Bergold & Thomas 2012; Keeley et al. 2019). Im sonderpädagogischen Kontext eröffnet dieser Ansatz neue methodische und erkenntnistheoretische Zugänge, um bislang schwer erreichbare Personengruppen gezielt einzubeziehen, deren Perspektiven sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse aktiv mitzugestalten. Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen die Begriffsklärung, konzeptionelle Ansätze, spezifische Methoden der partizipativen Forschung und die wissenschaftliche Bedeutung dieser Methoden im sonderpädagogischen Kontext.
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