Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
In unserem Reallaborprojekt laeneAs (Ländliche Bildungsumwelten junger Geflüchteter in der beruflichen Ausbildung) fokussierten wir Bildungsbarrieren und Möglichkeiten der Praxistransformation für junge Auszubildende mit Fluchterfahrung in ländlichen Regionen (Thomas et al. 2024, Ali et al. 2024, Korntheuer et al. i.E). Die partizipative Bedarfsanalyse im Rahmen des Projekts zeigte die eingeschränkte politische Teilhabe von neu zugewanderten Menschen auf, welche durch fehlendes Wahlrecht noch verstärkt wird. Dies war der Ausgangspunkt für den Zusammenschluss einer Praxis Projektgruppe, um die Initiierung eines Migrationsbeirats von und für Menschen mit Migrationsgeschichte zu unterstützen. Ziel war es, politische Teilhabe zu ermöglichen und migrantischen Perspektiven auf lokaler Ebene strukturell Gehör zu verschaffen. Migrant*innenselbstorganisation als Form institutionalisierter politischer Partizipation wird ein hohes Potential für die Stärkung gleichberechtigter Teilhabe von zugewanderten Menschen zugesprochen (Klie 2022). Zwei zentrale Strategien wurden dabei verfolgt: Einerseits unterstütze das Empowerment-Projekt „Sprachrohr“ marginalisierte Gruppen in Unterkünften beim Aufbau von Selbstvertretungsstrukturen (Schirilla 2024). Andererseits wurden mithilfe von Netzwerkanalyse und Netzwerkarbeit öffentliche Informationsveranstaltungen organisiert, die eine offene Beteiligung ermöglichten und gezielt den Austausch und die Netzwerkbildung förderten. Basierend auf den Ergebnissen und durch Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und Fachkräften der Sozialen Arbeit beschlossen Migrant*innen daraufhin die Gründung eines Migrationsbeirats. Eine daraus hervorgegangene Organisationsgruppe – bestehend aus Menschen mit Migrationsgeschichte unterschiedlicher Communities und unterstützenden Vertreter*innen lokaler Organisationen – übernahm koordinierend die weiteren Schrite. Das Beispiel zeigt, wie mittels Empowerment politische Partizipation und Teilhabe von marginalisierten Menschen im ländlichen Raum ermöglicht werden kann (Jagusch/Chehata 2020). Ausgehend von der Rahmung durch das partizipative Forschungsprojekt diskutieren wir in unserem Praxisbeitrag methodische Aspekte des Beteiligungsprozesses und zeigen abschließend Herausforderungen und Möglichkeiten der Initiierung von politischer Selbstvertretung von Migrant*innen im ländlichen Raum auf.
Inhalte werden geladen ...
Inhalte werden geladen ...