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Kritisch wird aufgezeigt, dass der Begriff vulnerabel in dichotomer Weise Menschen zugeordnet wird: Menschen sind hinsichtlich bestimmter Einwirkungen vulnerabel (verletzbar), andere nicht. Gegen dieses verengte Verständnis von Vulnerabilität wird unter zwei klar zu unterscheidenden Aspekten argumentiert: Zum einen ist Vulnerabilität aufgrund der Responsivität des Menschen ein konstitutives Merkmal menschlicher Existenz, das somit ausnahmslos jedem Menschen zukommt. Neben dieser „existenziellen Verletzlichkeit“ sind zum anderen Menschen – je nach ihren Lebensbedingungen, zu denen sie sich verhalten müssen – biologisch-körperlichen, psychischen und sozialen Gefährdungen bzw. Vulnerabilitätsformen unterschiedlich intensiv ausgesetzt. Aus diesem erweiterten Verständnis von Vulnerabilität leitet sich ein solidarisches Mit- und Füreinander ab.
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