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Basierend auf 13 Interviews mit ehemaligen männlichen Mitgliedern rechtsextremer Kameradschaften untersucht der Beitrag, wie Individuen zu kollektiv agierenden Gewaltsubjekten im öffentlichen Raum werden. Anknüpfend an gegenwärtige Diskurse um eine kontextsensible Mikrosoziologie der Gewalt (Nassauer 2018, 2022; Koepp/ Schattka 2022) verorte ich den Beitrag praxeologisch. Im Zentrum steht die Frage, durch welche Praktiken sich männliche Angehörige rechtsextremer Kameradschaften selbst und gegenseitig zur wiederholten Ausübung kollektiver physischer Gewalt im öffentlichen Raum befähigen. Die Befunde zeigen, dass Wege in die Gewalt eine voraussetzungsvolle Praxis darstellen (Roßmeißl 2025). Sie folgen weder einer Eskalationslogik (Kohlstruck/Münch 2024) noch sind sie als Sprung in die Gewalt zu verstehen (Hauffe 2025). Vielmehr lassen sich komplexe Verkettungen normativ grundierter und affektiv aufgeladener Praktiken rekonstruieren, die als Brücke zwischen diskursiven rechtsextremen Ideologien und dem Moment der Gewaltausübung fungieren. Die Studie schließt an die kontextsensible Mikrosoziologie der Gewalt an und macht prozessuale Verläufe von Vorbereitung, Befähigung und Einstimmung bis hin zur Ausübung von Gewalt empirisch sichtbar.
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