Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Auschwitz als Schlüsselkonstellation eines Zivilisationsbruchs hat die Ethik vor neue Herausforderungen gestellt. Dies schon früh erkannt zu haben ist das Verdienst nicht zuletzt Theodor W. Adornos. Dessen Entwurf eines „neuen kategorischen Imperativs“ wird auf seine Tragfähigkeit hin untersucht. Eine Ethik nach Auschwitz ist nicht konkretistisch zu verstehen, als ginge es um nur eine Verhinderung der Wiederkehr des Gleichen, weshalb dem Konzept mit Günther Anders auch eine Ethik nach Hiroshima zur Seite zu stellen ist. Achtzig Jahre danach bezieht es sich auf ein breites Spektrum der ethischen Analyse staatlich sanktionierter Willkür, Unterwerfung, Ausbeutung und Ausgrenzung. Das konflikthafte Ganze der Menschenrechte stellt das sozialethische Korrelat des neuen kategorischen Imperativs dar. Dabei ist in aktuell politischen Auseinandersetzungen der absichtlichen wie fahrlässigen Begriffsverwirrung zu widerstehen. Diese beruht darauf, dass der Unterschied zwischen sozialwissenschaftlich- historischer und ethischer Perspektive zu wenig beachtet wird.
Inhalte werden geladen ...
Inhalte werden geladen ...