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Im Jugendstrafvollzug zählen Mädchen* zu den vulnerabelsten Gruppen in einem männlich dominierten System. In einer hauptsächlich auf männliche Erwachsene ausgerichteten Strafvollzugspraxis bleiben ihre Lebenslagen und Bedürfnisse in Forschung und Praxis unterbelichtet (Lutz 2017, S. 185; Boxberg & Neubacher 2018). Das kann auch für politische Bildungsprozesse in Haft nicht folgenlos bleiben. Primäres Ziel des Jugendstrafrechts und des Jugendstrafvollzugs soll die Prävention weiterer Straftaten sein, weshalb „[…] zukunftsgerichtet die soziale Integration des jungen Menschen unterstützt wird […] (Cornel & Trenczek 2024, S. 164, Hervorhebung im Original) Politische Bildung kann auf diesem Weg ein Baustein sein. Zugleich läuft eine auf diese Aspekte reduzierte Resozialisierung jedoch Gefahr, politische Bildung Präventionszielen einseitig „mit dem Zweck der Zähmung“ (Schneider 2020, S. 2017) unterzuordnen, statt sie als Grundrecht aller Menschen zu begreifen (ebd. 2020). Politische Jugendbildung als demokratischer und pluralistischer Bildungsraum will jungen Menschen jedoch die Möglichkeit bieten, sich freiwillig, und partizipativ mit politischen Themen auseinanderzusetzen und ihre Reflexions- sowie Urteilsfähigkeit zu entwickeln (Krämer & Thimmel 2024, S. 363). Unter den Bedingungen einer totalen Institution ist eine kritische politische Bildung herausgefordert, ihren Anspruch auch in einem Umfeld umzusetzen, das Freiheit und Teilhabe einschränkt.
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