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Persistente Bildungsungleichheiten bilden seit Jahrzehnten den zentralen Gegenstand bildungssoziologischer Debatten. Ihre Erforschung hat sich lange Zeit im Spannungsfeld von Rational-Choice-Modellen und bourdieuschen Habitus-Feld-Analysen bewegt. Vor diesem Hintergrund rückt dieser Beitrag sozialtheoretische Verschiebungen in den Fokus, die sich mit der (neo-)pragmatischen französischen Soziologie für eine sozialkritische Bildungsforschung ergeben. Als zentraler Gegenstand einer solchen Forschung werden Prüfungen ausgemacht, die es sozialen Akteur*innen erlauben, in ungewissen Situationen Wahrheits- und Gerechtigkeitsentscheidungen zu treffen. In Bildungskontexten spielen insbesondere Potenzialprüfungen eine Schlüsselrolle, weil in ihnen die Kernaufgabe von Schule zum Ausdruck kommt, ausgehend von einem grundlegenden Gleichheitspostulat biographisch folgenreiche Ungleichheiten herzustellen und zu legitimieren. Potenzialprüfungen sind allerdings mit einer fundamentalen Schwierigkeit konfrontiert: Ihr Gegenstand ist per definitionem nicht prüfbar. Der politische und pädagogische Umgang mit dieser Unmöglichkeit erweist sich als Ansatzpunkt zum Verständnis von Praktiken, die Bildungsungleichheiten auf Dauer stellen, die allgemein bekannt, umfassend erforscht und breit als ungerecht anerkannt sind. \nPersistent educational inequalities have been the central subject of educational sociology debates for decades. For a long time, research into these inequalities has navigated between rational choice models and Bourdieu’s habitus-field analyses. Against this backdrop, this article focuses on decisive social-theoretical shifts that (neo-)pragmatic French sociology has brought about for critical social research on questions. Tests that allow social actors to make decisions in uncertain situations are identified as the central object of neopragmatic educational research. In educational contexts, tests of potential in particular play a key role because they express the core task of schools to produce and justify biographically consequential inequalities based on a fundamental postulate of equality. However, tests of potential are confronted with a fundamental difficulty: their subject matter is by definition not testable. The political and pedagogical handling of this impossibility proves to be a starting point for understanding practices that perpetuate patterns of disadvantage in school education, even though they are well-known, have been extensively researched, and are widely recognised as unjust.
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