Zum Format:
Zum Inhalt der Veranstaltung:
Das Thema ADHS ist in den Medien aktuell sehr präsent. Für betroffene Jugendliche, die sich entwicklungsbedingt ohnehin in der sozialen Auseinandersetzung mit Peers sehen, können die damit verbundenen Gefühle belastend und stigmatisierend wirken. Eine sorgfältige ADHS-Diagnostik kann zur Aufklärung beitragen und ein direkt anschließendes Therapieangebot erkrankten Jugendlichen helfen, um soziale Ängste zu bewältigen. Darüber hinaus sind für die Jugendlichen Techniken und Strategien wichtig, um den Umgang mit Kernsymptomen einer ADHS-Symptomatik wie Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität und Impulsivität zu erlernen.
Im Workshop wird das in der ADHS-Spezialambulanz der Philipps-Universität Marburg angewandte offenes Therapieformat für jugendliche ADHS-Erkrankte vorgestellt, das auf einzelnen, in sich geschlossenen Modulen basiert. Die Module für Jugendliche wurden auf der Grundlage der effektiv erwiesenen Ansätze wie das Lerntraining LeJa (Linderkamp, Hennig und Schramm 2011) und dem Skillstraining für die Gefühlsregulation (von Auer und Bohus 2018) sowie den neu entwickelten Modulen zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und der interaktiven Schwierigkeiten erarbeitet. Im Workshop werden zudem Aspekte besprochen, die bei der Durchführung des Programms für Therapeut*innen und Patient*innen bedeutsam sind: Besonderheiten offener Gruppen (Einzelsitzungen im Gruppenformat), Formalien, Gestaltung und Ablauf der Sitzungen, akute Symptomatik, schwieriger Therapiesituationen, z.B. Passivität, Aggressivität, Motivationsdefizite. Dabei werden Fallbeispiele aus der Ambulanz besprochen und Erfahrungsberichte der Teilnehmer*innen berücksichtigt.